MIURA

The fastest car in the world

Allgemeine Modellbiografie: P400 Miura

„Der gefällt mir, mit dem gehen wir in die Geschichte ein“, waren die Worte von Ferruccio Lamborghini, als er die ersten Zeichnungen seines neuen Modells sah. Mit seiner bahnbrechenden Technik und Ästhetik sollte der Miura nicht nur die Geschichte von Lamborghini, sondern auch die Automobilbranche verändern und Maßstäbe bei Performance, Design und Ingenieurskunst setzen. Seine Einmaligkeit veranlasste die Journalisten, den Begriff „Supercar“ für ihn zu prägen. Der Miura läutete nicht nur die technische Revolution des V12-Aggregats ein, das zum quer eingebauten Mittelmotor wurde, sondern begeistert noch heute, 60 Jahre später, mit seiner bestechend schönen Linienführung aus der Feder von Carrozzeria Bertone. 

Der im März 1966 auf dem Genfer Autosalon vorgestellte P400 Miura – „P“ für die Mittelmotoranordnung und „400“ für den 4-Liter-Hubraum – war von Beginn an heiß begehrt und füllte die Auftragsbücher in Windeseile, was sowohl Ferruccio Lamborghini als auch Nuccio Bertone erstaunte. Es folgten 265 produzierte Exemplare des P400 Miura von 1966 bis 1968, 338 P400 Miura S von 1969 bis 1971 und 150 Miura SV von 1971 bis 1973. Zu den Sonderversionen zählen 4 SVJ auf Basis des Prototyps Miura Jota und der von Bertone gebaute Miura Spyder.

Design des Miura

Die von Carrozzeria Bertone entworfene Silhouette des Miura besticht durch gewagte Designansätze wie die lange, niedrige Frontklappe, die Scheinwerfer mit den charakteristischen Wimpern sowie die geringe Bodenfreiheit und Fahrzeughöhe von nur 110 cm. Die ausladende Motorhaube im Heckbereich, die mit dem Kofferraum und den Kotflügeln eine Einheit bildet, wird von Metalllamellen abgeschlossen, die nicht nur als Designelement dienen, sondern auch die Wärmeableitung des Motors verbessern. Im Innenraum fallen die „fernglasartige“ Form von Drehzahlmesser und Tachometer sowie die sekundären Bedienhebel ins Auge, die bei der ersten Serie noch oben im Dach angeordnet sind.

Technik des Miura

Die Anordnung des 12-Zylinders quer hinter dem Cockpit war schon bei anderen Nicht-Serienmodellen zu sehen gewesen und damit keine absolute Neuheit. Der Miura machte sich also eine technische Revolution zunutze, die direkt aus dem Rennsport stammte. Um die Abmessungen möglichst kompakt zu halten, wurden Motorblock und Getriebe in einem einzigen Stück gegossen. Die maximale Leistung des 4-Liter-Motors beläuft sich bei der ersten Modellversion auf 350 CV bei 7000 Umdrehungen, bei der S-Version auf 370 CV bei 7700 U/min und beim SV auf 385 CV bei 7850 U/min. Im Laufe seiner Entwicklung wurde der Miura laufend verbessert und so weist jede Serie ihre ganz eigenen Besonderheiten auf, die sich etwa in edleren ästhetischen Details niederschlagen: Die S-Version ist beispielsweise um rund 20 Pferde stärker und bietet mehr Komfort im Innenraum.

Der 1971 vorgestellte SV war dagegen noch radikaler: größere Hinterreifen, breitere Kotflügel, zusätzlich versteifter Rahmen, überarbeitete Aufhängung und getrenntes Schmiersystem für Motor und Getriebe. Auch von den typischen Wimpern der Frontscheinwerfer verabschiedete sich diese Version.

Lifestyle

Der Miura prägte als Stilikone eine ganze Epoche und wurde von Leinwand- und Rockstars ihr Eigen genannt. Er spielte in zahlreichen Filmen mit, aber seine Rolle in „The Italian Job” von 1969 bleibt unvergesslich: ein orangefarbener Miura, der mit Rossano Brazzi am Steuer und zum Hit „In Days Like These“ von Matt Monroe den Großen-Sankt-Bernhard-Pass entlangbraust – eine Szene, die noch heute zu den bekanntesten und beliebtesten der Filmgeschichte gehört.