Allgemeine Modellbiografi
Der 350 GT war das erste Serienmodell von Lamborghini und wurde direkt aus dem Prototyp 350 GTV entwickelt, der nur wenige Monate nach der Gründung des Unternehmens am 7. Mai 1963 präsentiert wurde. Mit seiner langen Motorhaube und dem edlen Interieur war der am Genfer Autosalon im März 1964 enthüllte 350 GT ein italienischer Tourenwagen par excellence. Seine Mechanik war revolutionär: Der 12-Zylinder-Frontmotor verfügte über zwei obenliegende Nockenwellen pro Zylinderbank – absolute Premiere bei einem Serienfahrzeug.
Das unfassbar luxuriöse Interieur in 2+1-Konfiguration mit einem zentralen Rücksitz begeisterte mit einem Bodenteppich aus Wolle und Sitzbezügen aus Naturleder. Bis 1967 wurden 150 Exemplare produziert, zu denen sich zwei Spider-Versionen von Carrozzeria Touring sowie zwei Coupés mit Abrissheck von Zagato gesellten.
Design
Die Karosserie des 350 GT wurde vom Karosseriebauer Carrozzeria Touring in Mailand gebaut, der damals in puncto Design und Fertigungstechnik zu den besten der Welt gehörte. Die Formensprache des 350 GT, die vom Prototyp 350 GTV aus der Feder des Designers Franco Scaglione stammt, ist mit ihren Rundungen und geschwungenen Linien ein perfektes Beispiel für das Automobildesign der 60er-Jahre. Die Vorgabe von Ferruccio Lamborghini an die Designer von Touring war unmissverständlich: Sämtliche Anbauteile und Zierelemente, die nicht zwingend erforderlich waren, sollten weg, um eine möglichst klare Silhouette zu erzeugen. Touring baute seine Karossen in patentierter Superleggera-Konstruktion, die das Mailänder Unternehmen berühmt gemacht hatte. Hierbei wurden Aluminiumbleche auf einem dünnen Metallrahmen montiert, um eine erhebliche Gewichtseinsparung im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsmethoden zu erzielen.
Technik des 350 GT
Als Urmodell von Lamborghini wartete der 350 GT mit einer technischen Errungenschaft auf, die im Laufe der Zeit zum Symbol für die Marke aus Sant’Agata Bolognese werden sollte: Die Rede ist vom 12-Zylinder-V-Motor, damals noch im Bankwinkel von 60°, mit 3,5 Liter Hubraum, zwei obenliegenden Nockenwellen pro Zylinderbank und sechs Vergasern. Das 1963 von Ing. Giotto Bizzarrini entwickelte Aggregat war für den Rennsport konzipiert und trotz seiner spezifischen Leistung von knapp 100 CV/l kaum für den Straßeneinsatz geeignet. Straßentauglich machte es schließlich Ing. Paolo Stanzani, der entsprechende Anpassungen vornahm, um den Motor im mittleren und unteren Drehzahlbereich fahrbarer zu machen und seine Serienproduktion zu erleichtern. Zu den weiteren technischen Merkmalen gehören ein 5-Gang-Getriebe von ZF, vier Scheibenbremsen und eine Einzelradaufhängung
Lifestyle
Der 350 GT steht für eine Ära, in der Luxus und Zurschaustellung in vielerlei Hinsicht wenig Zuspruch fanden. Selbstredend finden sich unter den ersten Besitzern des 350 GT einige der damals einflussreichsten Persönlichkeiten Europas, doch es existieren wenige Bilder, auf denen sie gemeinsam mit ihren Fahrzeugen zu sehen sind. Eines der schönsten Fotos des allerersten 350 GT in „Verde Geneve“, einem zwischen Pastellgrün und Hellblau angesiedelten Farbton, zeigt Annita Borgatti Lamborghini, die Frau von Ferruccio, in Montecatini. Heute finden die 350 GT bei den Concours d’Elégance für klassische Automobile großen Anklang beim Publikum.
