Espada

Bestseller of a whole decade

Allgemeine Modellbiografie: Espada

Im März 1968 feierte mit dem Espada 400 GT – oder einfach nur Espada – der erste Lamborghini-Viersitzer auf dem Genfer Autosalon sein Debüt. Ferruccio Lamborghini war überzeugt, dass er ein Fahrzeug im Portfolio haben sollte, das nicht nur Sportwagenpuristen, sondern auch Kunden ansprechen würde, die Geräumigkeit und höchsten Komfort zu schätzen wussten.

Wie Ferruccio betonte, war der Espada kein 2+2-Sitzer, sondern ein vollwertiger Viersitzer, der auch den Fondinsassen bequem Platz bot und einen großen Kofferraum mit im Gepäck hatte – pfeilschnell war er trotzdem. Die extrem flach abfallende Dachlinie stammte aus der Feder von Carrozzeria Bertone, der 12-Zylinder-Motor mit 4 Litern Hubraum leistete starke 325 CV. Der Verkaufserfolg war beachtlich und der Espada blieb einige Jahrzehnte lang das Lamborghini-Modell mit der größten Stückzahl. Der Espada wurde in drei Serien gebaut: Serie I (1968–1969) mit 186 Fahrzeugen, Serie II (1970–1972) mit 575 Fahrzeugen und Serie III (1972–1978) mit 456 Fahrzeugen.

Design

Der Espada basiert auf dem am Genfer Autosalon 1967 präsentierten Prototyp Lamborghini Marzal, der sich durch große Glasflächen und Flügeltüren auszeichnete. Eigentlich wollte man diese auch beim Serienmodell mit dabei haben, aber die geänderten Volumina des finalen Fahrzeugs verhinderten es. Trotzdem ist das Design des Espada einzigartig und unverkennbar. Das extrem flache Fahrzeug mit nur 1,12 Metern Dachhöhe und langgezogenen, kantigen Linien – ganz im Stil der 70er – führte als erstes Serienmodell von Lamborghini das Sechseck als Designmotiv ein, das bei späteren Modellen sein Comeback erleben sollte. Interessant ist auch die fast waagerechte, verglaste Kofferraumklappe, die in ein quer über die gesamte Fahrzeugbreite angeordnetes Glaselement im Heckblech eingreift, um perfekte Sicht beim Rangieren zu gewährleisten.

Technik des Espada

Der Espada baute auf dem langgestreckten Rahmen des Miura auf. Das Antriebsaggregat blieb ein längs eingebauter 12-Zylinder-Frontmotor mit 4 Litern Hubraum. Das 5-Gang-Schaltgetriebe war eine Eigenkonstruktion von Lamborghini, das erstmals verfügbare Automatikgetriebe hingegen ein US-amerikanisches Fabrikat. Eine weitere Neuheit: Anstelle der serienmäßigen Einzelradaufhängung konnte auf Wunsch eine hydropneumatische Aufhängung, die sogenannte Lancomatic, bestellt werden, die jedoch nur von wenigen Kunden gewählt wurde. Ab der zweiten Serie war zudem eine Servolenkung verfügbar, die mit der dritten in der Standardausstattung enthalten war. Bei der Klimaanlage, die wegen der großen Glasflächen sehr beliebt war, verhielt es sich gleichermaßen.

Lifestyle des Espada

Der Espada spielte damals in verschiedenen Filmen mit und war auch bei Fotoshootings für Modezeitschriften oft der Star. . Besonders hervorzuheben ist die mit Fernseher und Minibar ausgestattete VIP-Version, von der nur 12 Stück produziert wurden. Die VIPs wurden, voll im damaligen Trend liegend, in extrem auffälligen, zweifarbigen und kontrastreichen Farbkombinationen bestellt.