Gallardo

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Allgemeine Modellbiografie: Gallardo

Genau wie Ferruccio Lamborghini 30 Jahre zuvor erkannten auch die Führungskräfte von Audi, als Lamborghini 1998 von den Ingolstädtern übernommen wurde, die Notwendigkeit einer zweiten Baureihe, um eine kontinuierliche Produktion zu gewährleisten. Im Grunde brauchte es einen Lamborghini, der die Alleinstellungsmerkmale der Marke beibehielt, aber kleiner, praxistauglicher und leichter zu fahren als ein 12-Zylinder-Supersportwagen war. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, wurde 2003 der Gallardo aus der Taufe gehoben, der den Nachfolgern Huracán und Temerario mit seinem überragenden Verkaufserfolg den Weg ebnete. 

Der Gallardo mit seinem 5 Liter großen 10-Zylinder und 510 CV bei Verkaufsstart bot Fahrspaß pur und erwies sich insbesondere auf gemischtem Untergrund, wo Kompaktheit und geringes Gewicht noch mehr zum Tragen kommen, selbst für das 12-Zylinder-Schwesternmodell als ernst zu nehmender Konkurrent. Der Gallardo kam mit Allradantrieb auf den Markt, wurde aber auch in einer hinterradgetriebenen Coupé- und Spyder-Version mit Schalt- und Automatikgetriebe produziert. Die Leistung wuchs mit dem auf 5,2 Liter erweiterten Motor auf 570 CV an. Nach 14.022 produzierten Fahrzeugen war 2013 für den Gallardo Schluss.

Design des Gallardo

Die Formgebung des Gallardo beruht auf dem Calà, einem von Giorgetto Giugiaro für Italdesign gefertigten One-Off. Der damalige Leiter des Centro Stile Lamborghini, Luc Donckerwolke, brachte das Projekt schließlich auf Schiene und verpasste ihm den letzten Schliff. Trotz seiner kompakten Abmessungen behielt der Gallardo die Design-DNA von Lamborghini bei und ist auf den ersten Blick als Ableger aus Sant’Agata Bolognese zu erkennen. Im Laufe der 10 Jahre umspannenden Produktion wurden zahlreiche Sonderserien des Gallardo herausgegeben, die mit technischen oder stilistischen Besonderheiten aufwarteten. Zwei von ihnen, der Gallardo Superleggera (2007) und der 560-4 (2008), trugen die Handschrift von Filippo Perini, der mittlerweile die Geschicke des Centro Stile übernommen hatte.

Technik des Gallardo

Der Motor des Gallardo war brandneu. Noch nie zuvor gab es bei Lamborghini einen 10-Zylinder und auch die Längsanordnung des Mittelmotors, der bei Modellen der zweiten Baureihe bisher immer quer lag, war völliges Neuland. Das relativ weite V mit 90°-Bankwinkel sollte den Schwerpunkt senken. Der Ventiltrieb erfolgte über zwei obenliegende Nockenwellen pro Zylinderbank und 4 Ventile pro Zylinder. Zur weiteren Ausstattung gehörten eine Trockensumpfschmierung (ebenfalls zur Senkung des Schwerpunkts) sowie eine fortschrittliche Direkteinspritzung. Der Allradantrieb war mit einer Visco-Kupplung ausgestattet, das Getriebe als 6-Gang-Schaltung oder auf Wunsch als sequentielles E-Gear erhältlich.

Lifestyle des Gallardo

Um den speziellen Anforderungen einer immer größer werdenden Käuferschicht gerecht zu werden, musste der Gallardo sowohl in ästhetischer als auch mechanischer Hinsicht wandlungsfähig sein. Der Gallardo Superleggera etwa machte aus seiner Gewichtsreduktion seine Stärke, denn 100 Kilo weniger waren merklich spürbar. Aus dem Superleggera ging wiederum der Tecnica mit 570 CV und 1340 kg hervor, was einem Leistungsgewicht von 2,35 kg/CV entspricht. Der Gallardo wurde auch in den Musikvideos verschiedenster internationaler Berühmtheiten zum Star. Ein Hit kam etwa aus Indien und trug den Titel „Lamberghini“, wobei das „e“ wie ein „o“ gelesen wird. Auch einen Auftritt in einer Folge der Zeichentrickserie „Die Simpsons“ kann der Gallardo für sich verbuchen. Heute ist der Gallardo dank dem perfekten Gleichgewicht aus Design und Performance sowie seiner hochwertigen Bauweise und allseits bekannten Zuverlässigkeit eines der beliebtesten Sammlerfahrzeuge unter den Youngtimern. Besonders begehrt sind unabhängig von Karosserietyp oder Sonderversion die Fahrzeuge mit 6-Gang-Schaltgetriebe, die zwar weniger leistungsfähig, aber dafür seltener und mitreißender zu fahren sind.