Allgemeine Modellbiografie: Diablo
Der Diablo war wahrlich nicht zu beneiden, denn schließlich sollte er den Platz des Countach in den Herzen der Fans einnehmen. Und doch gelang es ihm, sich einen besonderen Platz in der Geschichte von Lamborghini zu erkämpfen und eines der beliebtesten und meistgesammelten Modelle zu werden. Von vielen als „erster moderner Lamborghini“ betrachtet, feierte der Diablo in seiner zweiten Modellserie die ersten Erfolge. Die letzten Modellversionen wurden bereits unter dem neuen Eigentümer Audi entwickelt und verbessert.
Zum Zeitpunkt seiner Enthüllung im Jahr 1990 war der Diablo das schnellste Serienfahrzeug der Welt, das anschließend in zahlreichen weiteren Versionen, darunter ein Allrad- und ein Roadster-Modell, auf den Markt kam. 1998 erhielt er von Designer Luc Donckerwolke ein umfangreiches Facelift. Bis zum Produktionsende 2001 entstanden insgesamt 2903 Exemplare des Diablo.
Design
Der Designprozess des Diablo war relativ lang, doch das Endergebnis ließ sich sehen: Der Anklang beim Publikum war vom ersten Moment an groß und blieb es auch in den darauffolgenden Jahrzehnten. Eine Besonderheit des Diablo ist sein muskulöses Heck, das im Kontrast zur eher eleganten und leichten Frontpartie steht. Die Scherentüren, ein Markenzeichen der 12-Zylinder-Modelle von Lamborghini, blieben erhalten. Geschaffen für den Countach, um den Einstieg zu erleichtern und für das gewisse Etwas zu sorgen, sind diese Türen mittlerweile untrennbar mit den Supersportwagen aus Sant’Agata Bolognese verbunden. Die zweite Serie verzichtete auf Klappscheinwerfer und setzte auf etwas kantigere Formen, während das Innenleben um eine noch umfassendere Bordausstattung reicher wurde.
Technical features
Der Diablo debütierte mit dem vom Countach Quattrovalvole weiterentwickelten 5,7-Liter-Motor, der nun mit elektronischem Einspritzsystem aufwartete. Die Leistung von 492 CV der ersten Serie stieg stetig an, um schließlich in 575 CV beim GT-Modell von 1999 mit 6-Liter-Motor zu gipfeln. Der ursprünglich reine Hinterradantrieb wurde mit Ankunft der VT-Version 1993 zum Allradantrieb umgewandelt. Dank zentraler Visco-Kupplung konnte diese Version bis zu 28 % des Drehmoments auf die Vorderräder übertragen. Ebenfalls eingesetzt wurden zwei selbstsperrende Differenziale, eines mit 25 % an der Vorderachse, das andere mit 45 % an der Hinterachse. Darüber hinaus feierte Lamborghini mit den Rennversionen GT1 und GT2 sowie SV-R und GTR sein Debüt im GT-Rennsport.
Lifestyle
Der Diablo war in zahlreichen Filmen und Fernsehproduktionen zu sehen und untermauerte damit seinen Status als Luxussymbol und Performance-Ikone. Heute ist er häufig bei Classic-Events, darunter dem berühmten Concours d’Élégance von Pebble Beach in den USA, anzutreffen. Erst 2023 konnte ein Diablo SE30 von 1994 den dritten Platz in der Kategorie Lamborghini 60th erringen und wurde damit zum jüngsten Fahrzeug, das jemals in Pebble Beach am Podium stand.
