Urraco

A Lamborghini four-seater

Allgemeine Modellbiografie: Urraco

Im November 1970 präsentierte Lamborghini den Urraco, ein Coupé in 2+2-Konfiguration mit langgezogener, moderner Linienführung, das mit einem quer eingebauten 2,5-Liter-V8-Mittelmotor ausgestattet war. Für Ferruccio Lamborghini, der von der Notwendigkeit einer zweiten Modellreihe überzeugt war, war die Entwicklung des Urraco ein Muss. Er sollte den typischen Charakter und die gewohnte Leistung eines Lamborghini haben, sich aber leichter als ein 12-Zylinder fahren lassen. 

Der Urraco feierte sein Debüt in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, die von der Energiekrise 1973 geprägt war, konnte sich aber dennoch als kompakter, schneller Sportwagen mit gutem Handling und jeder Menge Fahrvergnügen behaupten. Zum ersten P250-Modell gesellten sich 1974 der P200 mit Zweilitermotor, um bei der italienischen Hubraumsteuer zu sparen, sowie der P300, der einen auf 3 Liter erweiterten V8 mit zwei obenliegenden, kettengetriebenen Nockenwellen pro Zylinderbank unter der Haube trug und bis 1979 produziert wurde.

Design

Der von Carrozzeria Bertone entworfene Urraco ist ein Coupé mit ausgeprägter Keilform, die ihn zum Symbol dieses Designtrends machten. Mit nur 4,25 Metern Länge war er für die damalige Zeit und angesichts der 2+2-Konfiguration äußerst kompakt. Die schmale Frontpartie geht fließend in die waagerechte Gürtellinie über, in die der Dachaufbau mit hauchdünnen A- und B-Säulen eingreift. Die Heckpartie zeichnet sich durch die Lamellen zur Wärmeableitung des Motors und ein Abrissheck aus. Der geräumige Innenraum beherbergt ein innovatives Armaturenbrett mit ganz außen angeordnetem Drehzahlmesser und Tachometer sowie ein geschüsseltes Lenkrad, das den sportlichen Charakter des Modells unterstreicht.

Technik des Urraco

Das Projekt Urraco unter der Leitung von Ing. Paolo Stanzani zählt zu den innovativsten in der Geschichte von Lamborghini. Den Worten Stanzanis zufolge war der Urraco dank seinen innovativen, oft bahnbrechenden technischen Lösungen das Modell, das ihn am meisten stolz machte. Dazu gehören die erstmals bei einem Serienfahrzeug eingesetzte Einzelradaufhängung mit MacPherson-Federbeinen sowie Heron-Zylinderköpfe mit im Kolbenboden eingearbeitetem Brennraum. Das ursprüngliche P250-Modell war mit einem V8-Motor mit 2,5 Litern Hubraum und 220 CV Leistung ausgestattet. Dieser Motor mit einer obenliegenden, zahnriemengetriebenen Nockenwelle pro Zylinderbank wurde von 1971 bis 1975 275 Mal für den Urraco und 246 Mal für den Urraco S produziert, der mit Lederinterieur und blau getönten, elektrisch verfahrbaren Scheiben aufwartete. Auf dem Turiner Autosalon 1974 feierte dann der P200 sein Debüt, der mit seinem auf 1994 ccm verkleinerten Hubraum und nur 182 CV Leistung für den italienischen Markt vorgesehen war. Von 1975 bis 1977 liefen 71 Stück dieser Version vom Band. 1975 folgte schließlich der P300 mit 2996 ccm Hubraum und 265 CV, von dem 203 Exemplare produziert wurden.

Lifestyle

Ein Blick auf die Farbpalette des Urraco und die gewählten Farbkombination seiner Käufer genügt, um den Urraco zielsicher in den 70er-Jahren zu verorten. Mit seinen Formen, die mit Designkonventionen brachen, seiner Performance und vor allem seiner hervorragenden Straßenlage, die jede Menge Fahrvergnügen auf gemischtem Untergrund bereithielt, war der Urraco nicht nur von Fans heißbegehrt, sondern auch ganz klar eine Automobilikone dieser Zeit.