Allgemeine Modellbiografie
1966 wurde auf dem Genfer Autosalon die Weiterentwicklung des 350 GT vorgestellt: der 400 GT 2+2. Das neue Modell wartete mit einem auf 4 Liter erweiterten 12-Zylinder-Motor mit 320 CV und einer wiederum von Touring gebauten Karosserie auf, die Platz für zwei Mitfahrer auf den Rücksitzen bot. Der 400 GT wurde zum Kassenschlager, nicht zuletzt dank der Nachfrage in den Vereinigten Staaten, die umgehend zu einem der wichtigsten Absatzmärkte wurden. Bis 1968 wurden insgesamt 250 Exemplare produziert.
Was Rahmen und Motor betrifft, stellt der 400 GT die höchste Entwicklungsstufe der 2- bzw. 2+2-Modelle mit Frontmotor dar. An den Nachfolgeserien wurden lediglich Designanpassungen vorgenommen. Basierend auf dem 400 GT entstand auch der 400 GT Flying Star II, ein von Touring als Salonwagen konstruierter Shooting Brake, der ein Unikat blieb
Design
In ästhetischer Hinsicht behielt der 400 GT die Liniengebung und Volumina des 350 GT im Großen und Ganzen bei. Ein genauerer Blick verrät jedoch so einige kleinere Veränderungen. Vorne leuchten nunmehr runde Doppelscheinwerfer, die den ovalen des 350 GT in Sachen Effizienz voraus sind. Im Heckbereich fallen die verkleinerte Heckscheibe und die neu geformte Kofferraumklappe ins Auge. Die um 5 Zentimeter angehobene Dachlinie, gekonnt kaschiert von den Touring-Experten, sorgt für mehr Geräumigkeit auf den hinteren Sitzplätzen. Auch das Interieur wartet mit einem neu designten Armaturenbrett und einer Art Rücksitzbank auf, die zwar breit und komfortabel gestaltet, aber vom Getriebetunnel unterbrochen wird.
Technik des 400 GT 2+2
Die wirkliche Neuerung dieses Modells war der Motor. Der Hubraum des V12 wuchs auf 3929 ccm, also knapp 4 Liter, an und blieb für das nächste Jahrzehnt das Maß aller Dinge. Auch die Leistung mit nunmehr 320 CV und vor allem das Drehmoment wurden erhöht. Die sechs Weber-Vergaser 40 DCOE blieben ebenso wie das Fahrwerk unverändert. Einzig und allein das Getriebe wurde jetzt direkt von Lamborghini produziert. Die Kapazität des Kraftstoffbehälters wurde um 7 Liter auf nunmehr 87 Liter erhöht. Erhebliche, wenn auch nicht sofort sichtbare, Veränderungen erfuhr auch die Karosserie, die nicht mehr aus Aluminium, sondern aus Stahl gefertigt war.
Lifestyle
Der 400 GT ist auch in verschiedenen Filmen verewigt, von denen gleich zwei vom tollen Käfer „Herbie“ handeln (1966 und 1977). Seinen berühmtesten Auftritt feierte er allerdings am 30. Januar 1969 in der Savile Row in London, als die Beatles auf dem Dach des Hauptsitzes der Apple Corps ihr letztes Live-Konzert gaben. Im Video ist ein Lamborghini 400 GT 2+2 im Rotton „Rosso Alfa“ mit schwarzer Innenausstattung zu sehen, der damals Paul McCartney gehörte. In den Produktionsjahren des 400 GT veränderte sich die Klientel von Lamborghini: Die Marke, die sich für ihre hochwertige Technik und leistungsstarken Fahrzeuge bereits einen Namen gemacht hatte, zog immer mehr Jetsetter an, die nach dem exklusivsten und schnellsten Fahrzeug suchten.
